Paradise

Idee: Dan Fogelman | Polit-Thriller-Serie | 8 Folgen in 1.Staffel | veröffentlicht 2025 auf Hulu

Weltgeschichtlich war das Jahr 1989 ein ganz bedeutendes und ich muss ihnen an dieser Stelle, geneigter Leser, nicht erzählen warum. Tatsächlich war für mich 1989 ebenfalls sehr prägend, denn viele meiner frühen Erinnerungen, verknüpfen sich mit diesem Jahr. Eine davon war, dass ich erstmals in meinem seinerzeit jeher jungen Leben, einen gewissen Draht zu aktueller Musik in den Charts hatte und in eben diesen Phil Collins Hit „Another Day in Paradise“ Spitzenpositionen erlangte, also von mir nicht unentdeckt blieb.

Genau dieses Lied ist der musikalische Ausgangspunkt der Polit-Thriller Serie „Paradise“. Hier folgen wir Xavier Collins (Sterling K. Brown), dem obersten Personenschützer des US-Präsidenten Cal Bradford (James Marsden). Als jener es scheinbar verschlafen hat, wird Collins unruhig und muss feststellen, dass der Präsident ermordet in seinem Schlafzimmer liegt. Er unterrichtet seinen besten Agenten Billy Pace (Jon Beavers) und bittet ihn gemeinsam schnell eine halbe Stunde auf eigene Faust zu ermitteln, bevor man Robinson (Krys Marshall) informieren müsste, die am höchsten gerankte Person des Secret Service. Doch in diesen 30 Minuten ist nicht viel herauszubekommen, Robinson übernimmt den Fall und hat gleichfalls viel Druck von Sinatra (Julianne Nicholson), einer reichen Tech Milliardärin, deren Einfluss auf die Lenkung der Geschicke maßgeblich zu sein scheint.

„Paradise“ hat eine gemeine Qualität. Die Serie verfügt über eine recht spannende und sich langsam, wie eine Zwiebel enthüllende erste Folge, die den Zuschauer zum Weiterschauen animiert. Ungünstigerweise stellt sich das Weiterschauen von Folge zu Folge als fatale Fehlentscheidung heraus, denn ohne zu viel Spoilern zu wollen; diese Serie scheitert grandios. Wir haben hier ein Weltende Szenario, dass umso mehr es enthüllt, umso dümmlicher und fatalistischer wirkt, wir haben Charaktere, die abwechslungsreich wirken sollen, aber eigentlich fast schon eklektisch zu nennen sind und gerade Hauptfigur Collins wirkt in den letzten Folgen immer abgedrehter, während andere Figuren zwischen Superbösewicht und Familienmensch, Meisterkiller und Wii-Spiele Abhängiger, oder auch zwischen Vorarbeiter und Attentäter changieren. Nicht ein Charakter ist wirklich glaubwürdig, aber noch viel schlimmer ist das Handlungsgerüst dieser tatsächlich von Folge zu Folge immer lächerlich dämlicher werdenden Serie, die in einem Doomsday Szenario ihren Höhepunkt findet, dass an fehlenden Realismus und Katastrophen-Geilheit neue Maßstäbe setzt, ohne auch nur ansatzweise mit eindrücklichen Special Effects oder ähnlichem arbeiten zu wollen. So ertappt man sich immer wieder beim Lachen über all den Unfug und ist dann doch etwas säuerlich, weil man die acht Folgen doch zu Ende schaut (man hat ja mal angefangen), mit Sicherheit aber die 2. schon in Auftrag gegebene Staffel nicht mehr anschauen wird.

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